“Wenn alles zusammenbricht” - Pema Chödrön
Durch die vielen sonnigen Tage, das Draussensein und die diversen Gartenarbeiten im Frühling ist mein letzter Blogartikel schon einige Zeit her.
In dieser Zeit hat mich das Buch «Wenn alles zusammenbricht» von Pema Chödrön begleitet. Pema Chödrön ist eine buddhistische Nonne, die früher ein weltliches Leben führte, verheiratet war und zwei Kinder hat – für mich eine Inspiration, die westliche Welt mit der buddhistischen Meditationspraxis zu verbinden.
Tief berührt hat mich dieses Buch, das voller Lebensweisheiten steckt. Man spürt beim Lesen, wie stark es von ihren eigenen Erfahrungen geprägt ist: Als ihr Mann ihr gestand, eine Affäre zu haben, verlor Pema Chödrön sprichwörtlich den Boden unter den Füssen. Wie sie trotz vielen Schwierigkeiten ihren Weg gefunden hat, ist unglaublich bewegend zu lesen. So viel Menschlichkeit liegt in diesem Buch.
Es zeigt auf offene, ehrliche und schonungslose Weise einen möglichen Umgang mit Krisen. Vieles davon erscheint mir noch schwer vorstellbar – vielleicht sogar zu radikal für uns moderne Menschen. Und doch gibt es Menschen, die diesen Weg gehen. Einen anderen Lebensstil zu entdecken, kann unglaublich inspirierend sein: sich mit dem eigenen Geist auseinanderzusetzen und wahrzunehmen, was er den lieben langen Tag alles tut. Wege zu entdecken für ein offeneres, freudvolleres, ehrlicheres und gewaltfreieres Leben.
Zum Schluss noch eine wunderschöne Textpassage:
«Wenn die Dinge über uns zusammenbrechen, dann ist das eine Prüfung und gleichzeitig ein Heilungsprozess. Wir glauben, es ginge darum, die Prüfung zu bestehen und das Problem zu überwinden, aber in Wirklichkeit gibt es gar keine Lösung. Die Dinge kommen zusammen und fallen wieder auseinander. Dann kommen sie wieder zusammen und fallen wieder auseinander. So einfach ist es. Die Heilung stellt sich ein, wenn wir allem Geschehen Raum lassen: Raum für Trauer, Raum für Linderung, Raum für Elend, Raum für Freude.
Wir glauben, dass etwas uns Freude bereiten wird, aber wir haben keine Ahnung, wie es wirklich ausgehen wird. Wir glauben, etwas würde uns Leid bringen, aber wir wissen nichts. Dem Nicht-Wissen Raum zu geben ist das Wichtigste. Ständig versuchen wir Dinge zu tun, von denen wir annehmen, dass sie uns helfen werden, aber Gewissheit haben wir nicht. Niemals wissen wir, ob wir auf den Hintern fallen oder auferstehen. Auch wenn wir eine grosse Enttäuschung erleben, können wir nicht wissen, ob das tatsächlich das Ende der Geschichte ist. Vielleicht ist es der Anfang eines grossen Abenteuers.»
Vielleicht nimmst du ja auch eine kleine Inspiration für dich mit :)
Mögest auch du mutig deinen Weg zu Heilung und Wohlbefinden gehen.