Achtsamkeit – ganz einfach im Alltag

In der buddhistischen Meditationspraxis ist Achtsamkeit ein wichtiger Pfeiler. Doch was genau bedeutet Achtsamkeit eigentlich? Und muss man dafür wirklich jeden Tag auf einer Matte sitzen und meditieren?

Nicht jeder Mensch kann oder möchte sich regelmässig Zeit für eine Meditation nehmen. Nur auf der Matte zu sitzen, die Augen zu schliessen und «nichts» zu tun – das kann auf manche Menschen sogar eher abschreckend wirken. Schade ist es aber, auf eine Praxis zu verzichten, die meiner Meinung nach der Schlüssel für vieles sein kann.

Denn Achtsamkeit lässt sich ganz konkret im Alltag praktizieren, dort, wo wir sowieso gerade sind. Im Grunde bedeutet es vor allem, präsent zu sein. Im Hier und Jetzt zu sein, anstatt gedanklich ständig in der Vergangenheit zu schwelgen oder sich bereits mit den Sorgen und Plänen der Zukunft zu beschäftigen.

Es geht darum, wahrzunehmen, was genau in diesem Moment da ist. Was sehe ich? Was höre ich? Was spüre ich? Was denke ich gerade?

Sich hinzusetzen und die Augen zu schliessen, kann dabei sehr hilfreich sein – es ist aber nicht unbedingt ein Muss. Manchmal reicht schon ein ganz gewöhnlicher Moment, um kurz innezuhalten.

Hier einige konkrete Möglichkeiten, wie du in deinem Alltag Achtsamkeit praktizieren kannst:

  • Das Wasser beim Händewaschen bewusst auf deiner Haut spüren

  • Beim Spazieren beobachten, wie dein Atem ein- und ausfliesst

  • Die warmen Sonnenstrahlen auf deinem Gesicht spüren

  • Den Boden unter deinen Füssen wahrnehmen

  • Den Klängen eines Musikstücks lauschen

  • Die verschiedenen Gerüche beim Kochen bewusst aufnehmen

  • Beim Warten auf den Zug einen Moment beobachten, was du gerade denkst

  • Dir vornehmen, jede Türklinke, die du berührst, bewusst in deiner Hand zu spüren

  • Den Geschmack des Essens in deinem Mund wahrnehmen

  • Beim Velofahren den Wind in den Haaren spüren

  • Oder ganz einfach mal nur eine Sache aufs Mal tun und nicht drei Dinge gleichzeitig

Es geht dabei nicht darum, irgendetwas besonders gut oder richtig zu machen. Es geht ums Beobachten.

Wie fühlen sich die Dinge an? Ist das Wasser eisig kalt? Oder angenehm warm? Was denke ich gerade? Bin ich wirklich präsent? Oder verstricke ich mich schon wieder in irgendwelchen Banalitäten?

Vielleicht sind da ja einige Dinge dabei, welche dir dienen… Und ganz wichtig: Jeder achtsame Moment ist ein Erfolg. Und wenn’s mal nicht klappt: Halb so schlimm – genau jetzt kannst du’s wieder versuchen! :)

Herzlichst

Claudia

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“Wenn alles zusammenbricht” - Pema Chödrön